Historische Fakten

Es sind während der Novemberprogrome 1938 in Korneuburg und Stockerau kaum Aktionen gegen Juden und Jüdinnen angesetzt gewesen, da die Masse der jüdischen EinwohnerInnen bereits nach Wien vertrieben war. Auch die Synagoge in Stockerau war bereits eine evangelische Kirche (Einweihung am 06.11.38) und der Betsaal in Korneuburg als Mietobjektsicher schon aufgelassen.

Die Informationen gehen dahin, dass im November 1938 entsprechend den Unterlagen und den allgemein bekannten Abläufen die Arisierungen oder Stilllegungen bereits körperlich erfolgt waren, wenn auch „rechtlich“ noch nicht abgeschlossen; d.h.

  • Arisierung = die neuen Besitzer hatten übernommen
  • Stilllegungen = Geschäfte waren aufgelassen
  • Mietwohnungen = Kündigungen waren erfolgt und exekutiert

Dass zum Pogrom in Korneuburg keine Vorfälle bekannt sind, bezieht sich auf eine Aussage eines Mitarbeiters des Korneuburger Museums zu einer Anfrage eines Diplomanden der UNI Wien 1993.

Zahl der Arisierungen/Stilllegungen: ca. 12 (Geschäfte, Häuser, Betriebe, Grundstücke)

Jüdische EinwohnerInnen in Korneuburg Stockerau IKG Stockerau
Im Jahre 1869 63 89
Im Jahre 1900 133 199
Im Jahre 1910 102 192
Im Jahre 1934 42 104
Im Mai 1938 129
Im Oktober 1938 65
im März 1940 6 4

© by Klaus Köhler,

Die Geschichte der Kultusgemeinde Stockerau. Das Schicksal der Juden im Bezirk Korneuburg.“ (in Arbeit)

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